Veränderung der Landschaft durch die Bodenreform

Nach dem Kriegsende wurde in der zunächst errichteten „Sowjetischen Besatzungszone“, aus der 1948 die DDR hervorging, unter dem Schlagwort „Junkerland in Bauernhand“ jeder Agrarbesitz über 100 Hektar enteignet und an Landarbeiter und Flüchtlinge verteilt. Was zunächst als soziale Aufteilung verstanden wurde, entpuppte sich aber bald lediglich als Vorstufe zu einer allgemeinen Enteignung nun sämtlicher Bauern zugunsten „Volkseigener Betriebe“. Die Ackerflächen wurden zusammengefasst zu riesigen Feldern, was der Bearbeitung zwar hilfreich war, der Landschaft und ihrem optischen Reiz aber starken Schaden zufügte. Blicke bis fast zum Horizont über eintönige Monokulturen waren die Folge. Aber auch abgesehen von der optischen Verarmung gab es schwerwiegende Nachteile: die Winderosion nahm zu und die Kleintierwelt verlor Lebens- und Rückzugsorte in Felderhecken und Sträuchern. Bei einem Flug von Berlin nach Frankfurt oder eine andere Stadt im Westen sieht man aus dem Fenster noch heute, wo in etwa die alte DDR aufhörte und wo die Bodenreform keine Spuren hinterlassen hat.

Genau so störend macht sich aber auch bemerkbar, wie die ehemals herrschaftliche Kultur um Schlösser und Herrenhäuser gelitten hat. Diese Bauten, die einst mit ihren Parks und Gärten der Charme des Landes Brandenburg waren, zeigen leider oft bis heute das Bild eines zufällig zusammengewürfelten Gemenges von altem, nicht immer gepflegten Schloss mit anspruchslosen Schuppen und Hütten in einem ebenfalls nicht immer gepflegten Park. Das trifft natürlich da nicht zu, wo die „Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten“ die Regie übernommen hat, aber in vielen Fällen, wo noch nicht einmal die Eigentumsverhältnisse geklärt wurden, bietet sich so ein trauriges Bild.

Hierauf aufmerksam zu machen und wo möglich Rat und Hilfe zu geben ist eines unserer Ziele. Wir werden darauf noch in der Rubrik „Gefahren durch Leerstand und Verfall“ dieser Website eingehen.